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von Bürgermeister Uhlenbruch

Bürgermeister informiert KW 35: BMWi-Forschungsprojekt Designetz – erste Maßnahmen im Ortsteil Borg und am Schengen Lyzeum

„Einzellösungen zu einem effizienten Energiesystem der Zukunft verbinden“, das ist der Leitgedanke des Projekts Designetz, in dem sich 46 Partner aus Forschung & Entwicklung sowie Energiewirtschaft und Industrie zusammengeschlossen haben. Gemeinsam möchten sie die Frage beantworten: Wie kann eine klimafreundliche, verlässliche und effiziente Energieversorgung bei hohen Anteilen schwankender Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie erreicht werden? Lösungen werden in den Bundesländern Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz entwickelt. Die drei Modellregionen sollen zum Schaufenster der Energiewende werden. Das Saarland ist u.a. mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz DFKI, der Universität des Saarlandes und der htw saar in diesem Projekt vertreten. Vertreter des Konsortialführers im Saarland ist die VSE Aktiengesellschaft.

„Wir entwickeln die Blaupause für das Stromnetz der Zukunft“

Immer mehr Strom wird in Zukunft aus erneuerbaren Energien gewonnen. Bereits heute gibt es in Deutschland mehr als 1,6 Millionen dezentrale Erzeugungsanlagen, die grünen Strom aus Windkraft, Sonnenenergie oder Biogas ins Netz einspeisen. Zu manchen Tageszeiten erzeugen diese Anlagen schon heute mehr Strom als benötigt wird. Wenn aber der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint, decken sie nur wenige Prozent des Bedarfs ab. Um diese Schwankungen auszugleichen, brauchen wir intelligente Lösungen. Die Energiewende betrifft nicht nur den Stromsektor. Um die Klima-ziele zu erreichen, müssen auch die Sektoren Verkehr und Wärme auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Neue Verbraucher wie Elektroautos oder Elektroheizungen werden verstärkt zum Einsatz kommen. Der Strombedarf wird dadurch steigen. Um ihn zu decken, muss der Ausbau erneuerbarer Energien verstärkt werden. Dadurch steigen auch die Anforderungen an das Verteilnetz.

Eine neue Aufgabe für das Verteilnetz

Früher wurde der Strom in wenigen Großkraftwerken erzeugt, über das Übertragungsnetz transportiert und mit Hilfe des Verteilnetzes zu den einzelnen Verbrauchern weitergeleitet. Der Strom floss wie auf einer Einbahnstraße ›von oben nach unten‹. Die Leistungsfähigkeit des Verteilnetzes richtete sich nach dem Bedarf der angeschlossenen Verbraucher. In ländlichen Gegenden mit wenigen Verbrauchern ist die Last gering und das Verteilnetz entsprechend dimensioniert. Mit der Energiewende bekommt das Verteilnetz eine neue Aufgabe. Es muss nicht nur die regionale Last abdecken, sondern auch den dezentral erzeugten Strom aufnehmen und weiterleiten. Der Strom fließt deshalb immer häufiger auch ›von unten nach oben‹. Auf der Einbahnstraße kommt es zum Gegenverkehr. Daher benötigen wir neue intelligente Energiesysteme.

Aus Konsumenten werden Prosumer

Viele Privathaushalte und Unternehmen werden in Zukunft ihren Strom selbst produzieren: mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder kleinen Blockheizkraftwerken im Keller. Sie werden über-schüssigen Strom in das Verteilnetz einspeisen, im Bedarfsfall aber auch Strom aus dem Netz beziehen. Sie werden zu Stromkonsumenten, die auch eigenen Strom produzieren, zu sogenannten Prosumern. Nur mit Hilfe intelligenter Stromnetze können Prosumer selbstproduzierten Strom effizient vermarkten und gleichzeitig durch eine geschickte Steuerung ihres Verbrauchs Energie von anderen Erzeugern zu günstigen Zeiten einkaufen.

 

DESIGNETZ entwickelt die Blaupause für das Stromnetz der Zukunft. Aus vielen einzelnen Bausteinen entsteht ein effizientes Gesamtsystem, das eine flexible und sichere Energieversorgung gewährleistet.

Erste Maßnahmen im Ortsteil Borg

Im Rahmen des Projektes plant plant die energis-Netzgesellschaft die Verlegung eines Mittelspannungs-kabel, eines HDPE Leerrohr sowie Niederspannungs- und Straßenbeleuchtungskabel in der Ortslage von Perl-Borg. Gleichzeitig wird „Am Hansenberg“ eine neue Trafokompaktstation als Ersatz für die beiden Gittermaststationen „Johannesstr.“ und „Kirche“ aufgestellt.

Die Trasse verläuft ab der B407 Einmündung L170 im Bankett der L170 bis zum „Merschweiler Weg“, durch den „Merschweiler Weg“ und „Johannesstr.“ bis zur Gittermaststation „Johannesstr.“ im Bereich der Einmündung zur B407. Die Verlegung ist in offener Bauweise vorgesehen.

Der Baubeginn ist in der 35. KW geplant. Die Dauer der Baumaßnahme wird mit ca. 10 Wochen veranschlagt. Im Verlauf der Arbeiten kann es im Bereich der betroffenen Verkehrsflächen zu Beeinträchtigungen kommen. Diese bitten wir bereits im Vorfeld zu entschuldigen. Alle an den Bauarbeiten beteiligten Unternehmen sind bemüht, die erforderlichen Arbeiten zu aller Zufriedenheit durchzuführen und die Störungen auf ein Mindestmaß zu beschränken.

Die Route der Energie am Schengen Lyzeum Perl

DESIGNETZ macht die Energiewende für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auch vor Ort erlebbar. Entlang einer „Route der Energie“ können Sie die Bausteine für das Stromnetz der Zukunft vor Ort besuchen und interaktiv erleben. Am Schengen Lyzeum in Perl wird hierzu in den nächsten Wochen eine interaktive Informations-Stele für alle Interessierten errichtet.

Ralf Uhlenbruch
Ihr Bürgermeister in der Gemeinde Perl

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