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von Bürgermeister Uhlenbruch

Bürgermeister informiert KW 42: "Gegen das Vergessen" - Lernorte der Erinnerung

Frau Selzer von der Aktion 3. Welt Saar besuchte kürzlich das Rathaus, stellte die Arbeit vor und brachte gleich einige Kartons der 28-seitigen Broschüre mit, die in der Touristinformation (Trierer Straße 32, 9.00 – 12.00 Uhr) kostenlos erhältlich ist. Bestellungen von Klassensätzen richten Interessierte bitte direkt an: Aktion 3.Welt Saar e.V., mail@a3wsaar.de, www.a3wsaar.de, 06872 / 9930-56.

Große Politik im Kleinen
Bereits 2010 erschienen, wurde die nun 3. Auflage komplett überarbeitet. Die Publikation stellt sowohl handelnde Menschen als auch exemplarisch ausgewählte geographische Orte des national-sozialistischen Terrors und Widerstandes dar. Täter und Opfer, Mitläufer und Verweigerer werden benannt. Personen und Lernorte der Erinnerung führen vor Augen, wie große Politik sich im Kleinen abspielte, wie der Nationalsozialismus in unserem Landkreis „genauso erfahrbar ist wie in den historischen Zentren Berlin, Nürnberg, Theresienstadt und Auschwitz“. Ein besonderes Anliegen der Verfasser ist es, junge wie ältere Menschen gleichermaßen anzusprechen und die Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

Der weit gespannte thematische Bogen umfasst Artikel zur Grenzlage gegenüber dem Deutschen Reich von 1933-1935, zum SS-Sonderlager Hinzert und seinen Außenkommandos in unserer Region, zum jüdischen Leben in Merzig, den 25 Stolpersteinen im Landkreis,  zur Mitwirkung der hiesigen psychiatrischen Anstalten an der NS-„Euthanasie“ sowie Portraits von Regimegegnern und Wider-standskämpfern.

Namenlose Fremd- und Zwangsarbeiter*innen
Neben dem Friedensdenkmal in Perl-Sinz beinhaltet die Broschüre auch einen Abschnitt zum Ehrenfriedhof Perl-Besch, wo 950 sogenannte „Kriegsopfer fremder Nationen“ ruhen. „Es sind Fremd- und Zwangsarbeiter*innen, die im Saarland zu Tode geschunden wurden und in Perl-Besch ihre letzte Ruhestätte fanden,“ wie es im Text sachlich zutreffend heißt. Im Gegensatz zu den deutschen Toten bleiben sie namenlos. Auch sie wurden durch den NS-Unrechtsstaat zu Tode gebracht. Wie leicht werden diese Menschen, deren Namen und Geschichte(n) wir nicht mehr kennen, übersehen, bleiben unerwähnt und ungewürdigt.

Ralf Uhlenbruch
Ihr Bürgermeister in der Gemeinde Perl

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